Evangelische Kirche Eitorf

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Briefkasten – Gottesdienst ! Für den Palmsonntag, 5.4.2020

 

Palmsonntag – Jesus zieht nach Jerusalem. Der Weg ist nicht leicht, eher anstrengend, denn er führt bergauf. In Jerusalem ist da erst einmal die jubelnde Menge, einige Tage später aber dann der Weg bis oben hinauf zum Kreuz.

Der Evangelist Johannes schreibt im Wochenspruch: „Der Menschensohn muss erhöht werden, auf dass alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.“

Welchen Weg Menschen einschlagen, die an Jesus glauben und ihm nachfolgen wollen ist heute Thema dieses Gottesdienstes.

 Psalm 69

Gott, hilf mir!

Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle.

         Ich versinke in tiefem Schlamm, wo kein Grund ist;

         Ich bin in tiefe Wasser geraten und die Flut will mich ersäufen.

Ich habe mich müde geschrien,

mein Hals ist heiser.

          Meine Augen sind trübe geworden,

         weil ich so lange harren muss auf meinem Gott.

Ich aber bete zu dir, Herr, zur Zeit der Gnade;

Gott, nach deiner großen Güte erhöre mich mit deiner treuen Hilfe.

         Errette mich aus dem Schlamm,

         dass ich nicht versinke,

dass ich errettet werde vor denen,

die mich hassen und aus den tiefen Wassern;

         dass mich die Flut nicht ersäufe und die Tiefe mich verschlinge

          und das Loch des Brunnens sich nicht über mir schließe.

Erhöre mich, Herr, denn deine Güte ist tröstlich;

Wende dich zu mir nach deiner großen Barmherzigkeit

         Und verbirg dein Angesicht nicht vor deinem Knechte,

denn mit ist angst; erhöre mich eilends.

Nahe, dich zu meiner Seele und erlöse sie,

Gott, deine Hilfe schütze mich!

 

Glaubensbekenntnis (nach Dietrich Bonhoeffer, EG 813)

Ich glaube,

dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten,

Gutes entstehen lassen kann und will.

Dafür braucht er Menschen,

die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.

Ich glaube,

dass Gott uns in jeder Notlage so viel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen. In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein.

Ich glaube,

dass Gott kein zeitloses Fatum ist, sondern dass er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet.

Amen.

Lesung für den Sonntag:

Das Evangelium hat dem heutigen Sonntag seinen Namen gegeben: Palmsonntag. In Jesus erkennen die Menschen den lang ersehnten Retter und huldigen ihm wie einem König.

Johannes 12,12-19 :  Der Einzug in Jerusalem

 

Als am nächsten Tag die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem käme, nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und riefen: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn, der König von Israel! Jesus aber fand einen jungen Esel und ritt darauf, wie geschrieben steht: „Fürchte dich nicht, du Tochter Zion! Siehe dein König kommt und reitet auf einem Eselsfüllen.“ Das verstanden seine Jünger zuerst nicht; doch als Jesus verherrlicht war, da dachten sie daran, dass dies von ihm geschrieben stand und man so mit ihm getan hatte.

Das Volk aber, das bei ihm war, als er Lazarus aus dem Grabe rief und von den Toten auferweckte, rühmte  die Tat. Darum ging ihm auch die Menge entgegen, weil sie hörte, er habe dieses Zeichen getan. Die Pharisäer aber sprachen untereinander: ihr seht, dass ihr nichts ausrichtet; siehe, alle Welt läuft ihm nach.

 

Gebet:

Herr, unser Gott, du siehst, wo wir stehen: Am Wegrand mit schuldbewusstem Gesicht oder doch mit Jubel auf den Lippen. Vielleicht auch zwischen den Jüngern, die dir nachfolgen wollten, aber an sich selbst scheiterten. Oder unterm Kreuz, voller Angst vor unserem eigenen Leid. Und dann vor deinem Grab, unendlich dankbar für das, was du tust.

All das gehört zu uns, Gott: Schuld und Jubel, Glauben und Scheitern, Angst und Dank, Freude und Trauer und noch so vieles andere. Du siehst, wo wir stehen. Du findest uns und siehst uns an. Lass uns in deine Nähe kommen mit all dem, was uns ausmacht.

Amen.

Angedacht….

Der Predigttext steht im Markusevangelium 14,1-9:

Es waren noch zwei Tage bis zum Passafest und den Tagen der Ungesäuerten Brote. Und die Hohepriester und Schriftgelehrten suchten, wie sie ihn mit List ergreifen und töten könnten. Denn sie sprachen: ja nicht bei dem Fest, damit es nicht einen Aufruhr im Volk gebe.

Und als er in Betanien war im Hause Simons des Aussätzigen und saß zu Tisch, da kam eine Frau, die hatte ein Glas mit unverfälschtem und kostbarem Nardenöl, und sie zerbrach das Glas und goss es auf sein Haupt. Da wurden einige unwillig und sprachen untereinander: Was soll diese Vergeudung des Salböls? Man hätte dieses Öl für mehr als dreihundert Silbergroschen verkaufen können und das Geld den Armen geben. Und sie fuhren sie an.

Jesus aber sprach: Lass sie in Frieden! Was betrübt ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. Denn ihr habt allezeit. Sie hat getan, was sie konnte; sie hat meinen Leib im Voraus gesalbt für mein Begräbnis. Wahrlich, ich sage euch:  Wo das Evangelium gepredigt wird in aller Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie jetzt getan hat.

Wie oft in den Evangelien sind die Jünger die Unwissenden, die die nichts verstehen könne. Sie sagen: Wir wollten uns doch um die Armen kümmern, Luxus ist nichts für uns!  Und vielleicht denken sie an das Erlebnis, dass Jesus mit dem reichen Jüngling hatte, da sagte er zu dem jungen Mann, Ein Kamel kommt eher durch ein Nadelöhr, als ein reicher ins Himmelreich. Er sollte seinen Reichtum den Armen geben, aber das konnte er nicht. Oder sie dachten an Jesu Predigt: „Was ihr nur einem von den Ärmsten, Kranken und Gefangenen getan habt, das habt ihr mir getan.“ (Mt 25)   Denn Menschendienst ist auch Gottesdienst. Es wäre konsequent, alles vorhandene Geld in Wohltätigkeit zu investieren. Und so schimpften die Jünger die Frau mit dem Salböl aus.

Aber Jesus? Er widerspricht den Jüngern. Er weiß von der Pflicht der frommen Juden, gerade vor dem Passafest gab es die Tradition den Armen Geld zu spenden. Aber das war nicht die einzige Verpflichtung, die man als gläubiger Mensch hat, auch gute Werke gehören dazu, sie kommen aus dem Glauben heraus. Sie gehören zu bestimmten Situationen dazu. Wenn einer gefangengenommen wurde, soll man ihn freikaufen. Wenn jemand heiratet, soll man ihn begleiten. Daran erinnert Jesus seine Jünger, er betont, dass die Frau ein gutes Werk an ihm getan hat. Es dauert ja nicht mehr lange, bis ich sterben muss, Daran habt ihr nicht gedacht. Diese Frau aber schon. Sie hat Jesus das gegeben, was sich jeder wünscht, nämlich ein anständiges Begräbnis, mit allem, was dazu gehört. Geld für die Armen ist immer wichtig, aber jetzt ist etwas anderes dran. Eine Beerdigung, mit allem was dazu gehört ist kein Luxus, das hat die Frau begriffen.

Es gibt keinen Plan für jede Situation, sondern jede Situation erfordert immer eine Entscheidung, was gerade jetzt dran ist – und was kann warten? Es geht darum, die richtigen Prioritäten zu setzen. Deswegen sind die Jünger genaugenommen doch nicht die Dummen. Sie haben die richtige Frage gestellt. Das Dumme war nur, sie haben etwas vergessen, nämlich den baldigen Tod Jesu, und sie haben die Tat, der Frau nicht verstanden. Deshalb haben sie ihre richtige Frage falsch beantwortet.

Und trotzdem spricht man heute noch von ihnen, sowie von der Frau. Weil ihr Nachfragen zeigt, dass es eben nicht immer leicht ist, zu entscheiden, was hat jetzt wirklich Priorität. Die Aufgabe, die richtigen Fragen zu stellen, haben wir heute immer noch. Das Reich Gottes ist noch nicht fertig, und Notleidende Menschen haben wir weiterhin unter uns.

Wir brauchen Gerechtigkeit und Fürsorge und so vieles um die Not in der Welt zu lindern. Wir brauchen Essen für die Lebenden und einen würdigen Abschied für die Toten. Wir brauchen Nächstenliebe und Liebe für uns selbst. Und wir brauchen Gotteshäuser, in denen wir uns wohlfühlen können, dazu Symbole und Feste um das Leben zu feiern. Wenn wir aber nicht alles gleichzeitig können, weil die Mittel begrenzt sind, weil die Situation etwas anderes fordert, dann wird es kompliziert. Dann stellt sich die Frage: Wie verteile ich das, was ich habe, zwischen mir selbst und meinen Mitmenschen? Wie erkenne ich, was gerade dran ist? Kann ich etwas abknapsen für andere? Oder will ich das für meine Familie zurücklegen oder lieber für Not leidende Menschen oder für die Umwelt, den Denkmalschutz  investieren? Was soll man tun. Wie verhalten wir uns in unserer schwierigen Situation, hab ich Verständnis für die Maßnahmen, die Menschen für uns umsetzen müssen um uns zu schützen. Unterstütze ich diese Menschen, die in Geschäften arbeiten, im Krankenhaus, in der Pflege, im öffentlichen Verkehr indem ich freundlich, höflich und verständnisvoll mit jedem anderen Menschen umgehe.

Hier geht es also um Entscheidungen. Entscheidungsfreiheit ist auch ein Geschenk! Das heißt doch: Wir haben die Wahl! Aber oft gibt es nicht nur eine Möglichkeit, es heißt nicht umsonst, wer die Wahl hat, hat die Qual. Damit umzugehen war nie einfach. Manche machen das am liebsten mit sich selber aus, andere besprechen ihre Entscheidungen mit einem vertrauten Menschen. Wenn man gemeinsam entscheidet, dann dauert das oft längen, man muss sich dann ja einigen. Aber immerhin, wir können Entscheidungen treffen, wenn auch manchmal mit zuhören, diskutieren, streiten und Kompromisse finden. Und wir sind auch nicht vor Irrtümern gefeit, und  treffen auch schon mal die falschen Entscheidungen.

Deshalb ist es Jesus wichtig seine Jünger daran zu erinnern, die Handlung der Frau nicht vorschnell zu verurteilen. Wir schätzen vielleicht manche Tat auch falsch ein und erkennen das gute Werk nicht sofort. Wir sollten mit dem Guten rechnen, auch wenn man es auf den ersten Blick nicht erkennt. Gestehen wir anderen Einsichten zu, die wir selbst nicht sehen oder auch noch nicht gewonnen haben. Schön wäre es, dem anderen wohlwollend zu begegnen und ihm nicht gleich Böses zu unterstellen. Also Rechne mit dem Guten und höre nicht auf danach zu suchen.

Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus.

Amen

Fürbitten

Guter Gott, unser König, wir bitten dich für die Herrschenden aller Länder: Hilf ihnen, ihre Macht zum Wohle der Menschen zu nutzen. Schenke ihnen ein gutes Herz und einen klaren Verstand.

Gott, dem man zujubelt, wir bitten dich für die Menschenmengen. Sie lassen sich so leicht verführen und manipulieren.

Hilf ihnen, bei klarem Verstand zu bleiben und nicht auf  Hassredner hereinzufallen, sondern Mut zu zeigen, wo es nötig ist.

Gott, der du verlassen wurdest, wir bitten dich für jeden einzelnen von uns: Begleite uns durch diese schwierige Zeit, durch Krankheit, durch Leid, durch die einsamen Stunden aufgrund der Kontaktsperre, durch die Zeit der Spannung in machen Familie, da man jetzt auf enger Fläche zusammenleben muss. Schenke uns dafür Kraft, Hoffnung, Zuversicht und Vertrauen zu dir und lass uns deine Nähe spüren.

 Amen.

 

Vaterunser

Vater unser im Himmel.

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme, dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns auch nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich

und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Segen

Der Herr segne dich und behüte dich;

der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;

der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.

Amen.

 

Liedvorschlag:  Korn, das in die Erde in den Tod versinkt (EG 98)